| St.
Antonius -
Geschichte + Kirchengebäude
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1860
befand sich in der Rüdersdorfer Straße ein Gasthaus.
1897 wurde das Grundstück vom katholischen Arbeiterverein
gekauft und ein Hospiz eingerichtet, das nach dem Papst Leo
XIII. benannt wurde. Dieser hatte sich als erster Papst mit
der dringlichen Frage der Industriearbeiter auseinandergesetzt.
Das Leo-Hospiz bot eine erste Betreuung für die am Schlesischen
Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof, ankommenden Katholiken. 1908
wurde die kleine im Hospiz befindliche Antonius-Kapelle die
Kirche der neuen Antoniusgemeinde, die von dem damals riesigen
Gebiet der Piusgemeinde abgetrennt worden war.
Diese kleine Kapelle, in der sich der erste Altar der Gemeinde
auch noch heute befindet, war ein Anbau an die Gastwirtschaft
und durch eine Falttür von dieser getrennt. Bei Gottesdiensten
wurde diese Tür geöffnet, in der Kapelle befand sich
der Geistliche und in dem Gastraum die Gemeinde. Im Laufe der
nächsten Jahre gelang es dem ersten Pfarrer der Gemeinde
langsam, den Gastraum zu einem Gottesdienstraum umzugestalten.
1913 wurde eine Orgel aufgestellt, 1914 kam der erste Hochaltar.
1921 wurde der neue, für die damalige Zeit tief beeindruckende
Hochaltar eingeweiht. Glücklicherweise gibt es das Hauptstück
heute noch. Einige Jahre später wurde eine Kanzel aufgestellt
mit der Figur des hl. Antonius auf dem Schalldeckel und Darstellungen
seines Lebens auf der Kanzeltreppe. Diese schöne Schnitzarbeit
der Kanzel befindet sich heute im Treppenaufgang des Pfarrhauses.
Die Figur des Antonius steht heute rechts neben dem Hauptaltar,
während links die Statuen der beiden alten Seitenaltäre
stehen, Maria mit dem Jesuskind und Josef.
1970
wurde das Gebäude des Pfarrhauses an der Rüdersdorfer
Straße gesprengt.
In den Folgejahren wurden im Halbkreis um die verbliebenen
Kirchengebäude Neubauten errichtet, die von der Wedekind-
und Rüdersdorfer Straße bis zur Straße der
Pariser Kommune reichen. Auch der angrenzende Kindergarten
und der Spielplatz wurden damals angelegt.
1971 - 1975 war wieder eine Umbruchzeit für die Gemeinde:
Innen im Kirchengebäude wurde der Altar in neuer Form
an die Ostseite versetzt und das Pfarrhaus in seiner heutigen
Gestalt ausgebaut.
Das Haus beherbergt heute mehrere Wohnungen und verschiedene
Gemeinderäume, die nicht nur für den Religionsunterricht,
sondern auch für Spiele und Festlichkeiten genutzt werden.
Sehr nachgefragt ist auch die 1980 von Gemeindemitgliedern
im Keller errichtete Kegelbahn. Aber auch Tischtennis kann
gespielt werden.
St. Antonius ist keine Kirche auf dem Hinterhof mehr. Viele
können auf sie sehen - und auch ohne auffälligen
Kirchturm ist sie ein schmuckes altes Bauwerk in ihrer jungen
Umgebung.
Bemerkenswert:
Die Kirche hat Fernheizung und eine Rampe für Rollstuhlfahrer!
Nur der Ortsunkundige hat mit der Adresse Rüdersdorfer
Str. 45a ein Problem:
Er muß wissen, daß er von der Fredersdorfer Straße
kommen muß ...
Mit der Fusion von 2003 bekommt das Gemeindegebiet von St.
Antonius Zuwachs - denn darin gehen auch die bisherigen Gemeinden
St. Pius und St. Nikolaus auf.
Susanne Bogatzki
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