Bus-Fahrt
nach Magdeburg am 9. Juni 2010
Nach der Frühmesse um 7.15 Uhr fanden sich 35
Teilnehmer am Bus ein. Einige Plätze blieben
allerdings leer und man vermisste einige "Stammkunden"
der letzten Jahre.
Unsere
Unsere Gruppe vor dem Alten Rathaus - weitere
Fotos unten
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Kaum
im Magdeburger Dom
angekommen und von der Domführerin bereits eingestimmt
auf die Zeit vor 1000 Jahren, da meldete sich unsanft
die Gegenwart: Eine weitere Kirchengemeinde war eingetroffen
und bestand darauf, die "richtige" Gruppe
aus Berlin zu sein - eine Doppelbuchung, die einige
Verwirrung beim Personal stiftete. Glücklicherweise
behielten wir dabei "unsere" Führung,
eine Frau aus der Domgemeinde. Sie konnte die damals
bestehende Verbindung von kirchlicher und weltlicher
Macht, Theologie und Architektur, Frömmigkeit
und Alltagsleben glaubhaft darstellen. Diese Bezüge
werden an vielen Stellen im Dom sichtbar und es sei
dazu auf die weiterführenden Links am Ende verwiesen.
Wonach man aber sogar im Innenraum des Domes intensiv
gräbt, sind die baulichen Reste der romanischen
Vorläufer des heutigen gotischen Domes: Bereits
937 stiftete der spätere Kaiser Otto I. auf dem
Domfelsen ein Benediktinerkloster, in dessen Klosterkirche
946 seine Frau Editha beigesetzt wurde. 955 begann
Otto mit dem Bau des ersten Domes, der schon 968 die
Kathedrale des neuen Erzbistums Magdeburg wurde. Diesen
Dom bestimmte er als seine Grabeskirche und sie wurde
prächtig ausgestattet. Magdeburg sollte ein "Neues
Rom" werden. Mit diesen und anderen Bevorzugungen
war Magdeburg unter Otto I. quasi die Reichshauptstadt
- die es mit den von Pfalz zu Pfalz ziehenden Kaisern
aber noch nicht gab.
Der Domberg selbst blieb über Jahrhunderte eine
Baustelle: 1207 brannte der romanische "ottonische
Dom" ab und 1209 begann der Bau der (ersten deutschen)
gotischen Kathedrale, die aber selbst 1363 zur "Domfeier"
noch nicht fertig war. Erst 1520 waren die beiden
101 m hohen Türme vollendet - da "war immer
noch Gotik" und der Dom von Magdeburg war damals
einer der größten Kirchenbauten im Reich.
Danach ging es bergab: Reformation, 30-jähriger
Krieg, preußischer Festungsbau, Enteignung unter
Napoleon - der Dom war dann nur noch eine Ruine. Um
1830, es war die Zeit der Romantik, rettete ihn dann
eine Restaurierung, die durch den preußischen
König veranlasst wurde.
So
viel Geschichte macht hungrig: Im nahen Roncalli-Haus
wurden wir zügig verpflegt und lernten in der
neuen Kapelle des Hauses gleich unseren Stadtführer,
Herrn Halfter, kennen. Mit ihm gingen wir in die Sebastianskirche,
eine gotische Hallenkirche mit romanischen Elementen
von 1150. Seit 1949 ist diese Kirche Sitz des katholischen
Weihbischofs (gleich gegenüber ist das Ordinariatsgebäude)
und sie wurde 1994 mit der Gründung des Bistums
Magdeburg zur Kathedrale erhoben - solche Verhältnisse
von großem evangelischem Dom und kleinerer katholischer
Kathedrale kommen uns doch aus Berlin bekannt vor.
Aus dem kühlen Bus heraus brachte uns der Stadtführer
weitere Magdeburger Kirchen, darunter die große
Johanniskirche, die Hauptstraßen
der Stadt und auch die schönen Parks an der Elbe
näher - diese Bustour kam uns bei der Hitze des
Tages sehr gelegen. Wer hat in Magdeburg nicht alles
ein Denkmal: Otto von Guericke (der mit den Magdeburger
Halbkugeln), Dr. Eisenbart (Wunderheiler u. Chirurg),
Eicke von Repgo (vom Sachsenspiegel), General v. Steuben
(Steubenparade in New Yorck), G.P. Telemann (Komponist),
Till Eulenspiegel ...
Ausgestiegen sind wir am Alten
Rathaus (mit Roland und Magdeburger Reiter)
und am ehemaligen "Kloster
unserer lieben Frauen", das noch älter
als der Dom ist. Es wird heute kulturell genutzt:
Im Klostergarten, der Dom im Hintergrund, sind Skupturen
aufgestellt und die erhaltene romanischen Klosterkirche
(Konzerthalle Georg Philipp Telemann) wird für
die Musik genutzt. Unser letzter Bushalt war dann,
etwas elbabwärts, am Petriförder,
wo wir aufstiegen zur Kirche St.
Petri, heute katholische Universitätskirche.
Das neue Gemeindehaus beherbergt die kath. Studentengemeinde.
Wir wurden dort gut vorbereitet und freundlich empfangen,
der mitgebrachte Kuchen und der Kaffee schmeckten
und wir hatten in den lichten Räumen einen schönen
Tagesausklang.
Das Ensemble der St. Petrikirche (früher eine
Kirche der Elbschiffer) mit der benachbarten
Magdalenenkapelle und der Wallonerkirche
auf der Anhöhe über der Elbe lassen ahnen,
warum Magdeburg früher oft mit Rom verglichen
wurde. In den letzten 10 Jahren erhielt St.
Petri wieder viel Zulauf, was auch den nach
Magdeburg gekommenen Prämonstratensern zu verdanken
ist. Deren Ordensgründer Norbert von Xanten war
übrigens von 1126 bis 1134 Erzbischof in Magdeburg.
Wer
Magdeburg von früher kennt, ist überrascht,
wie schmuck und grün die Stadt geworden ist.
Als "Stadt auf dem Berg" wird sie hoffentlich
auch den Gehbehinderten in guter Erinnerung bleiben.
Dank an Pfarrer Birkhahn und sein Büro für
dieses Reiseziel und die umsichtige Planung!
Reinfried Mooz - webmaster
Weiterführende
Links:
www.magdeburg.de/
www.magdeburg-tourist.de/
www.bistum-magdeburg.de/
www.kunstmuseum-magdeburg.de/
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Der
Magdeburger Dom "St. Mauritius und St. Katharina"
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Blick
vom Kreuzgang in den inneren Hof
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Kaiser
Otto I. und seine Frau Edita in der Heilig-Grab-Kapelle
des Domes
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In
der Kapelle des Roncalli-Hauses
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Mit
dem Stadtführer vor der Seitenpforte der
kath. Sebastianskirche
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Die
"grüne Zitadelle" - Magdeburgs
Hundertwasserhaus
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Das
Alte Rathaus, davor der neu aufgestellte Roland
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Im
ehem. "Kloster unserer lieben Frauen"
- Kreuzgang
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Drei
alte Kirchen: Magdalenenkapelle - St. Petri -
Wallonerkirche (rechts)
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Kaffeetrinken
im neuen Gemeindehaus von St. Petri
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Der
neue "Magdeburger Reiter" vor dem Alten
Rathaus
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Altarraum
der Universitätskirche St. Petri
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