Busfahrt
nach Bautzen am 4. Juni 2003
Der
jährliche Ausflug mit einem Bus für Senioren
und einigen Gästen führte in diesem Jahr 47
Leute nach Bautzen, das wie Berlin an der Spree liegt.
Ein heißer Tag in einem erfrischend klimatisierten
Bus!
Mittagessen
gab es in Grubschütz nahe Bautzen. Danach steuerte
der Bus mit unserem Stadtführer, Herrn Hörenz,
selbst familiär Betroffener, die heutige Gedenkstätte
für die Opfer des Zwangslagers nach 1945 an. Der
anschließende Stadtrundgang führte zunächst
zum Dom St. Petri. Er ist die einzige
Simultankirche Deutschlands, und das seit der Reformation(!):
Das bedeutet die anteilige Nutzung der gleichen Kirche
durch Katholiken und Protestanten. Deshalb ist hier alles
doppelt: Altar, Orgel, Taufbrunnen ... Früher durch
ein hohes Gitter getrennt, fällt heute nur noch eine
niedrige Holzverkleidung als Teilung auf.
Was für eine Symbolik!
Überhaupt
scheint die Harmonie in der Lausitz zu Hause zu sein.
Wie wir erfuhren, gab es über die Jahrhunderte ein
gutes Miteinander der Deutschen und der einheimischen
Sorben. So blieben diese
als Volksgruppe (auch Wenden genannt) mit ihrer Sprache
zwischen Tschechisch und Polnisch und ihren Gebräuchen
bis heute erhalten, was auch die zweisprachigen Orts-
und Straßenschilder und die Gaststätte "Wjelbik"
belegen, in der wir uns zur Kaffeezeit einfanden. Auf
dem Foto übrigens die Tracht einer katholischen Sorbin:
Bei ihnen (und nur bei den Frauen) kann man die Alltagstracht,
im Vergleich zu den evangelischen und den Sorben im Spreewald,
bis heute antreffen.
Neben
dem Eichsfeld in Thüringen sind die Landkreise Kamenz
und Bautzen die einzigen überwiegend katholischen
Gebiete in Ostdeutschland. Bautzen war in seiner böhmischen
Zeit von 1560-1635 (als apostol. Administratur) und dann
wieder von 1921-1980 der Sitz des
Bischofs des Bistums Meißen, heute Dresden-Meißen.
Kurz: St. Petri war einmal das, was die Dresdener Hofkirche
heute ist - Hauptkirche eines Bistums und Bischofssitz.
An
diese bewegte Geschichte erinnern die Skulpturen vom traurigen
und schmunzelnden Bischof im Hof des Domstifts. Weitere
Bilder stammen von einer zusätzlichen Wanderung,
die der fußtüchtige Teil der Berliner mit dem
Stadtführer auf sich nahm und die sich wegen der
Aussichten auf die Stadt lohnte.
Mehr:
bei www.bautzen.de
und Geschichte
des Bistums.
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s.
auch den Beitrag im Antonius-Pius-Brief 65,
S.12 vom 10.8.03
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