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Antoniuskirche
- Die Krippe aus Warmbrunn
In
der Chronik der Antonius-Pfarrei
wurde festgehalten, dass zum
Weihnachtsfest 1930
Pfarrer Baron die ersten Figuren
der Krippe aufstellen lassen konnte.
Den Stall hatte ein arbeitsloser junger Tischler angefertigt.
Die Figuren kamen aus der Holzschnitzschuie Bad Warmbrunn
in Niederschlesien, aus dem Riesengebirge, Warmbrunn liegt
dort in einem Tal zu beiden Seiten des Zacken-Flusses.
Die
Kunst des Schnitzens war im Riesengebirge weit verbreitet.
In fünfundzwanzig Orten schufen begabte Bauern in Heimarbeit
in den Wintermonaten kleine Kunstwerke. Allein es fehlte
eine gute künstlerische solide Ausbildung. Zwar war diese
Notwendigkeit schon lange im 19. Jahrhundert bekannt aber
es mangelte an Lehrkräften und ... Geld.
1897
vererbte ein vermögender Privatmann sein Elternhaus in
Warmbrunn der dortigen Gemeinde, Er machte zur Auflage,
hier eine Holzschnitzschule zu errichten, um junge begabte
Leute in einer vierjährigen Lehrzeit zu Künstlern auszubilden,
damit diese mit ihrem Können ihren Lebensunterhalt verdienen
konnten. Sie wurden hier aufgenommen, ganz gleich, welchen
Glauben sie hatten und welchen Geschlechts sie waren.
Auch ältere Bewerber erhielten die Möglichkeit einer Weiterbildung.
1902 wurde die Schule
eröffnet. Die Schüler erhielten theoretischen und praktischen
Unterricht. Die bekannteste Klasse war die des Cyrill
Dell'Antonio, des dritten Direktors der Schule. Er
stammte aus dem Grödnertal in
Tirol. Sein Großvater hatte dort noch als Schnitzer
gearbeitet. Dell'Antonio brachte den weichen Südtiroler
Stil seiner Heimat mit. Andere wiederum kamen aus Gegenden
mit anderen Ausdrucksformen. So verschmolzen verschiedene
Kunstrichtungen die Kunstwerke, die aus Warmbrunn kamen.An
der „Antonius-Krippe"
haben verschiedene junge Künstler gearbeitet, u.
a. Demuth U. Szalinsky. Sie schufen die Gruppe
der hl. Familie. Dell'Antonioverstand
es, die jungen Leute so zu führen, dass ein harmonisches
Gesamtwerk entstand.1945
mussten die meisten ihre Schule verlassen. Der Ort wurde
polnisch. Manche ließen sich in Westdeutschland nieder
und wurden oftmals wieder die Gründer neuer kleiner Schnitzzentren.
Dell'Antonio ging nach Trier, wo er um 1970 starb.Im
heutigen Cieplice Slaskie Zdröj, das seit 1976 Stadtteil
von Hirschberg ist, existiert wieder eine Holzschnitzschule.
Unsere Krippe ist im Berliner Bereich keineswegs die einzige
aus Warmbrunn. Ganz in unserer Nähe, in der Herz-Jesu-Kirche
in der Fehrbelliner Straße, steht in der Weihnachtszeit
auch eine Krippe aus derselben Holzschnitzschule, die
1937 von Pfarrer Rennoch bei den Warmbrunner Künstlern
bestellt worden war.
Susanne
Bogatzki.
(Artikel aus dem Pfarrbrief 85 von 2006)
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