Busfahrt
in den Spreewald
am 21.6.2006
Die
sommerliche Busfahrt der Antoniusgemeinde führte
2006 ein weiteres Mal (nach 2003 u. 2004) in die Lausitz:
Diesmal in das Gebiet der Niederlausitz nahe Cottbus -
in den Spreewald.
Wieder
mit einem klimatisierten Becker-Reisebus, der die gut
40 Leute nach der Frühmesse abholte. Auch wenn dabei
die Rentner (weil werktags) in der Mehrzahl waren: Die
eigentliche "Rentnerfahrt" wird traditionell
im September mit PKW organisiert.
Weil
der Spreewald gewissermaßen vor Berlins Haustür
(90 km entfernt) gelegen ist, erreichte der Bus auch recht
schnell das einzige Reiseziel - die
Stadt Lübbenau.
Das neue Tourismuskonzept dieser Kleinstadt setzt neben
der Kahnfahrt in den eigentlichen Spreewald mehr auf die
Essware "Spreewaldgurke" als auf die eigene
Kulturtradition. Andere Fremdenverkehrsregionen machen
das längst wieder anders herum. So sieht man also
jede Menge voller Gurkeneimer, aber ein gähnend leeres
Spreewaldmuseum in Lehde.
Folgerichtig kommt man als Auto- und Bustourist zuerst
vorbei an vielen "Gurkenfritzen"
und gelangt dann zum "Großen
Spreewaldhafen". Auf die neu entdeckte
Vergangenheit als Hansestadt deuten noch die vielen kleinen
Schiffe im Hafen hin - die Kähne der Spreewaldschiffer.
Zwei solcher Kähne mit hinten stakendem "Kahnfährmann"
hatten wir vorab gemietet.
Bei angenehmen Temperaturen und sonnigem Wetter nahm uns
auch bald der hohe Erlenwald auf, der durchschnitten wird
von immer neuen Verzweigungen des Flußlaufes. Dieses
Labayrinth veranlasste den Fährmann auch zu mancherlei
Witzen über hier schon verlorengegangene Fremde.
Ansonsten schien auch er mehr die Stille des Waldes zu
schätzen. Nur auf Nachfrage erfuhr man ein paar Sätze
über "die Sorben", die doch eine historische
und kulturelle Besonderheit dieses Landesteils sein sollen.
Wir
waren die Spree aufwärts unterwegs, mit dem Ziel
"Wotschofska".
Auf der sog. "Schleusenroute"
passierten wir dorthin 3 handbetriebene Schleusen, die
unseren Kahn jeweils um einen Meter anhoben. Beliebte
Fotomotive waren unterwegs die Heuschober am Wiesenrand
und die romantisch gelegenen Gehöfte. Nach 1 1/2
Sunden erreichten wir die große Waldgaststätte
auf der "Erleninsel" und nahmen hier das Mittagessen
ein.
Die Rückfahrt wurde über das Freilandmuseum
in Lehde und die Gaststätte "Fröhlicher
Hecht" genommen - weitere beliebte Anlegestellen
der Touristenkähne.
Wieder
im Heimathafen wartete im "Rudelhaus"
schon die Kaffeetafel und in der Nähe auch der "Spreewaldmolly",
der den Transfer zum Busparkplatz übernahm.
Eingedeckt
mit Spreewaldgurken und Flechtwaren ging es dann wieder
Berlin entgegen - rechzeitig genug, um zu Hause die Abendspiele
der Fußball-WM sehen zu können.
Was
mir fehlte: Eine Kirchenführung (leider war die
angefragte Kirche wegen Bauarbeiten doch nicht zugänglich)
und ein sensiblerer Umgang mit dem eigenen kulturellen
Erbe: Aus dem wendischen Wort "Wotschowska"
(so auch die deutsche Schreibweise bis 1990) haben clevere
Tourismusmanager und auch der Betreiber der Gaststätte
längst (oder schon wieder?) die schlimme phonetische
Eindeutschung "Wotschofska" gemacht.
Weiterführend empfehle ich die nachfolgenden Links.
Aus denen erfuhr ich auch, dass die Bezeichnung "Sorbe"
durchgängig in der Oberlausitz (Bautzen) benutzt
wird, "Wende" hingegen mehr in der Niederlausitz
(Cottbus) und Berlin gebräuchlich ist.
http://www.sorben.de
/http://www.wendisches-museum.de/chroniksorb.htm
http://www.luckau-nl.de/spreewald.htm
http://www.flottes-rudel.de/index.html
http://www.luebbenau-spreewald.de/
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