Busfahrt
zum Wallfahrtsort Rokitno
am 8.6.2005
Obwohl
kaum jemand eine Vorstellung hatte, wo denn Rokitno (oder
deutsch: Rokitten, Kreis Schwerin a.d. Warthe*) liegt,
fand der Bus mit den 48 Leuten aus unserer Gemeinde letzendlich
doch den Weg in die recht einsame, aber schön gelegene
Gegend - etwa 80 km hinter Küstrin, vorbei am früheren
Landsberg an der Warthe und Schwerin; zurück über
Meseritz und Schwiebus.
In
Empfang genommen und betreut wurden wir von einem polnisch
sprechenden Geistlichen. Nun begann Schwerarbeit für
Herrn Romanski, der sich als zweisprachig geoutet hatte:
Denn der Geistliche war nicht nur ein temperamentvoller
Vielsprecher, sondern auch gut zu Fuß. So hatten,
besonders im ausgedehnten Aussengelände, die meist
Älteren von uns kaum eine Chance, in Hörweite
der Spitzengruppe zu bleiben. Die Schnelleren erfuhren vieles
über diverse polnische Adelsgeschlechter, die dem Ort
einmal verbunden waren und Geschichten über die wilden
Tage nach dem Einmarsch der Roten Armee - leider fast nichts
über die architektonischen, kirchengeschichtlichten
und historischen Wurzeln des gut gepflegten Wallfahrtsensembles.
Immerhin lag Rokitten bis 1945 mit seiner überwiegend
deutschsprachigen und katholischen Bevölkerung in der
Neumark (Ostbrandenburg) und, wie Berlin, im Gebiet des
Bistums Breslau.
Auch die sehr ansehnlichen Ausstellungsräume mit ihren
Dokumenten, Gewändern und Medallien halfen da nicht
weiter - die Beschriftung war ausschließlich in polnisch.
Man genügt sich dort selbst.
So
verließen wir uns mehr auf das, was das Auge sah:
Eine schöne hügelige Landschaft. Auf der höchsten
Erhebung eine barocke Wallfahrtskirche, aufwärts kommt
man an Portalen und kleinen Kapellen vorbei. Keine baulich
gechlossene und massive Anlage wie das Kloster Marienstern
in der Lausitz, sondern nur locker bebaut und in ländlichen
und überschaubaren Ausmaßen gehalten.
Erfreulich:
Die Wallfahrtskirche wurde auch mitten in der Woche rege
frequentiert - von ganzen Schulklassen, die sich dort mit
ihrern Lehrerinnen auf ihre Erstkommunion vorbereiteten.
Auch unsere Gruppe fand sich, gestärkt nach dem uns
gereichten Mittagessen, in der sehr schönen Wallfahrtskirche
"Sanktuarium Matki Bozej"
(Kirche zu Mutter Gottes) zu einem vorbereiteten
Mariengottesdienst ein, dem Pfarrer Birkhahn und Diakon
Kotré vorstanden.
Nach
Kaffee und Kuchen ging es zurück - mit einem Halt an
der katholischen Kirche "Heilig
Kreuz" in Frankfurt/Oder, wo uns Pfarrer Felgner
zu einer Kirchenführung schon erwartete. Einige kannten
ihn bereits und auch seine sehr persönlich gehaltenen
Ausführungen in der Kiche vermittelten uns das Gefühl,
wieder in vertrauten Verhältnissen angekommen zu sein.
*
Quelle: http://wiki.genealogy.net/index.php/Kreis_Schwerin_W
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