Rentnerfahrt
mit PKWs nach Jüterbog und Luckenwalde am 17.9.2005
Den
ganzen Freitag hatte es geregnet und nun hofften alle,
dass das Wetter zur Seniorenfahrt am Sonnabend besser
wird. Es wurde besser und die Sonne meinte es gut mit
uns. Nach der Messe in Antonius ging die Fahrt mit den
PKW zuerst nach Jüterbog.
Hier
wurden wir durch die katholische St.
Hedwigskirche geführt. Die kleine Kirche
ist nicht nur der Hl. Hedwig, sondern auch noch der
Hl. Barbara (Patronin für Pulver und Schießen) und dem
Hl. Josef geweiht.
Zur
Geschichte: Wie überall in Brandenburg wurden nach
der Reformation katholische Gottesdienste verboten.
Erst durch die Verlegung der Schießschule um 1850 von
Berlin nach Jüterbog wurde die Zahl der Katholiken wieder
größer. Ein katholischer Kaufmann stellte damals sein
Haus und die kleine Privatkapelle, in der auch Tetzel
gepredigt hatte, der katholischen Kirche zur Verfügung.
Mit den Umsiedlern nach 1945 kamen noch einmal viele
Katholiken in die Gemeinden, so daß bald 80 Dörfer
von Jüterbog aus zu betreuen waren.
Nicht weit entfernt befindet St.
Nikolai, heute eine evangelische Kirche.
Der Hl. Nikolaus war der Patron der Handelsleute, denn
durch Jüterbog führte eine Handelsstrasse. Die Händler
mussten 3 Tage in der Stadt bleiben und ihre Waren feil
bieten und so kam viel Geld in die Stadt. In der Kirche
ist eine alte Kapelle, die lange Zeit nur als „Rumpelkammer"genutzt
wurde . Dort fand man später wunderbare alte Fresken,
die gut erhalten sind und wunderschöne Flügelaltäre,
Reliquienfiguren und mehrere Madonnen. Auch eine alte
Tetzeltruhe war dabei.
Zur Erinnerung: Tetzel war zur Zeit Luthers ein landesweit
bekannter katholischer Ablaßprediger, bei dem
man schwere Sünden gegen Geldzahlung an die Kirche
"ablösen" konnte.
Weiter
ging die Fahrt nach Luckenwalde.
Die Stadtmit ihrer früher weithin bekannten Tuchindustrie
zog auch viele Katholiken aus Schlesien an. 1847 wurde
die erste kleine Kapelle gebaut. Die Gemeinde wurde
von Potsdam betreut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde
an diesem Standort eine Kirche und eine Schule gebaut.
In der DDR-Zeit wurde die Schule jedoch aufgegeben.
Während
des Krieges hatte die Gemeinde St.
Joseph ein Gelöbnis getan und
stiftete eine Muttergottesfigur, Maria mit einem Ölzweig
und das Jesuskind mit einer Taube als Zeichen für
den Frieden.
Heute gehören die katholischen Gemeinden von Jüterbog
und Luckenwalde zusammen.
Wir haben nicht nur Kirchen besichtigt sondern auch
für das leibliche Wohl gesorgt. Im Erlebnishof
Werder gab es Mittagessen. Zwischen Pferdeställen
und Pferden ließen wir es uns schmecken. Zum Kaffeetrinken
fuhren wir in ein Cafe mitten in einer wunderschönen
Landschaft mit viel Gelegenheit zum spazieren gehen.
Ich glaube, der Tag hat uns allen gut gefallen und wir
danken allen PKW-Fahrern die uns ihre Autos und Zeit
zur Verfügung gestellt haben.
Frau
Panjaß