PKW-Fahrt
nach Himmelpfort u. Ravensbrück -
Samstag, 8.9. 2007
Neben
dem traditionellen Gemeindeausflug mit dem Reisebus im
Juni findet im Monat September zusätzlich eine Fahrt
mit PKWs statt. Dieses Angebot wird besonders gern von
unseren Senioren wahrgenommen, da eine Fahrt mit dem Auto
eine wesentlich flexiblere und vor allem fußgerechte
Reiseplanung erlaubt. Deshalb wird sie auch salopp als
"Rentnerfahrt" bezeichnet. Da die PKW-Fahrer
aber oft noch berufstätig sind, waren natürlich
auch "Jüngere" dabei. Diesmal sogar ein
Kindergartenkind, welches das mittlere Alter nochmals
minderte.
Der
Tag begann um 8.30 Uhr mit der Messe in der Antoniuskirche
und danach mit einer Stärkung im "neuen"
Emporensaal. Die Verteilung der "Rentner" auf
die Autos war längst vorbereitet und, mit einer ausführlich
gehaltenen Routenbeschreibung versehen, machte sich die
Kolonne auf den Weg nach Norden. Die ausgesuchte Strecke
führte "über die Dörfer". An
Liebenwalde und Zehdenick vorbei gelangten alle dreißig
Autopilger wohlbehalten nach interessanter Fahrt in
Himmelpfort an. Der Tag blieb wolkenverhangen, aber es
regnete nicht, wie man beim Namen Himmelspfort(e) befürchten
könnte.
In
der Klosterkirche zu Himmelpfort erfuhren wir viel
über die Geschichte der Klostergründung, die
vom Orden der Zistersienser aus Lehnin ausging. Die Mönche
schufen einen Bau, der für die damalige Zeit und
seine abgeschiedene Lage beachtliche Dimensionen hatte.
Die Blüte des Klosters war leider nur kurz. Nach
der Reformation in Brandenburg wurde das Kloster aufgelassen
und fiel an die Herren von Trott zu Solz, die die Anlage
weiter für die Fisch- und Landwirtschaft nutzten.
Der 30-jährige Krieg und seine Folgen besiegelten,
wie auch im benachbarten Kloster Chorin, den Niedergang.
Heute stehen nur noch das ehemalige Mittelschiff der Kirche,
immerhin wieder mit einem Dach versehen und im Innenraum
schlicht restauriert. Von Teilen der Seitenschiffe existieren
nur noch die Seitenmauern aus den typischen roten Ziegelsteinen,
die den Namen "Backsteingotik" prägten.
Ziegelsteine waren es auch, die Jahrhunderte später
noch einmal für Aufschwung in Himmelpfort sorgten:
Diese wurden in der Gegend gebrannt und von Kähnen
bis nach Berlin transportiert. Das war nach 1870. Das
Modell eines Ziegelkahns ist in der Kirche ausgestellt.
Die
Fotos vermitteln hoffentlich etwas von dem Flair, das
noch immer von der kleinen Klosteranlage ausgeht und die
immerhin auch für den Ortsnamen sorgte.
Heute
ist Himmelpfort viel bekannter durch sein Postamt für
den Weihnachtsmann, das in der Weihnachtszeit tatsächlich
in Betrieb geht und Geschenkwünsche und gute Vorsätze
aus aller Welt beantwortet.
Auch
den "Kräutergarten" und das Fischrestaurant
"An der Schleuse" im Ort kann man empfehlen,
vielleicht auch die Bildergalerie in einem der alten gotischen
Ziegelhäuschen.
Als
zweites Tagesziel, nicht weit entfernt gelegen, hatte
man sich das KZ Ravensbrück ausgesucht. Dieses
Angebot konnte individuell gestaltet werden - denn das
Gelände ist nun sehr ausgedehnt, seitdem Teile des
bis 1993 russisch genutzten Lagergeländes hinzugekommen
sind.
Im Fototeil sind auch Aufnahmen dabei von einer Gedenkfeier
norwegischer Schüler, die Blumen am zentralen Mahnmal
am Ufer des nahen Fürstenberger See ablegten.
Nach
dem abschließenden Kaffetrinken in Dannenwalde und
dem Gruppenfoto auf einer Wiese folgten Einige noch einem
ganz aktuellen baulichen Geheimtipp an der Strecke: Schloss
Meseberg - das erst 2007 in Betrieb gegangene Gästehaus
der Bundesregierung. Haus ist dabei stark untertrieben.
Weder die Bundesregierung noch Gäste waren an diesem
Tag zu sehen. Aber damit hatte auch Keiner wirklich gerechnet.
Wer
dabei war, hatte an einer Reise durch die Jahrhunderte
teilgenommen. Entsprechend lang hat es dann doch gedauert:
Erst nach 19 Uhr war wieder Berlin erreicht, obwohl wir
uns nur reichlich 100 km entfernt hatten.
Reinfried
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