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PKW-Fahrt
nach Beeskow und Neuzelle am 6.9. 2008
Auch in diesem Jahr hatten sich PKW-Fahrer für die traditionelle Renterfahrt bereitgefunden. Gemeint war aber nicht eine Rallye der ältesten Autofahrer, sondern die Mitnahme der Älteren auf eine Ausfahrt, die diese meist selbst nicht mehr selbst machen können, weil es am Auto und an der Gesundheit fehlt. Nach der Messfeier in St. Antonius mit anschließendem Frühstück im Kegelkeller oder in der Sakristei (das ersparte das Treppensteigen) zählte man 10 Autos und insgesamt 41 Leute, die sich an diesem freundlichen Samstag auf den Weg in Richtung Frankfurt (Oder) machten. Erste
Station war die kleine Stadt Beeskow
mit ihrer Marienkirche. Wer den kompakten Baukörper (eine der größten
Hallenkirchen Brandenburgs) und den Turm von weitem sieht, erwartet
innen mehr Breite als Höhe. Und schon gar keine filigrane Statik.
Genau damit überrascht aber das Innere der Kirche, wenn auch der
teilweise Neuaufbau nach schweren Kriegsschäden noch nicht beendet
ist. Nachdem vor 2 Jahren der Turmhelm wieder aufgesetzt wurde, denkt
man nun inzwischen an das Schließen der Deckengewölbe im
Kirchenschiff. Der sehenswerte neue Dachstuhl aus Unmengen Lärchenbalken
wäre dann leider nicht mehr zu sehen. Beneidet wird Beeskow auch
um seinen Marienaltar und um die mittelalterlichen Wandmalereien in
der ehemaligen Sakristei.
Zum
Schluss der Führung waren die Fußtüchtigen zum Aufstieg
auf die Turmplattform geladen, während sich die anderen schon in
der benachbarten Kirchenklause zum Mittagessen einfanden.
Die Küche und Bedienung waren vorzüglich.
Im Gegensatz zu Beeskow fühlten wir uns hier wie zu einem Heimspiel: Alles katholisch und vertraut - zu diesem Gefühl trug natürlich auch die kompetente und lebendige gemeindeeigene Kirchenführung bei. Welche Welten liegen zwischen unseren schlichten Berliner Kirchen und böhmischem Barock! Dass man in der Niederlausitz bis 1815 eher nach Prag blickte als zum nahen Berlin, war uns schon geläufig. Die
DDR-Zeit im Stift Neuzelle war
geprägt von Schikanen und Beschlagnahmungen kircheneigener Gebäude
und Flächen. So kam es dazu, dass sozialistische Lehrer und katholische
Priester (Neuzelle war Außenstelle des Erfurter Priesterseminars)
auf dem gleichen Gelände ausgebildet wurden. Eine geliebte Nachbarschaft
war das aber keineswegs. Die bauliche Erneuerung der Kirche und der Rückbau von Fremdnutzungen haben 2008 ein Zwischenziel erreicht: So ist auch der berühmte Klostergarten, der sich von der Kirche auf der Anhöhe in Terassen abwärts bis zum Oderdeich erstreckte, in einem ersten Teil wiederhergestellt. Ein hinterer Streifen ist aber noch Laubenkolonie - abgeschirmt durch Buchenhecken. In
der Orangerie des Klostergartens war für uns Kuchen und Kaffee
bestellt. Von da hat man einen besonders schönen Blick auf den
neu gestalteten und bepflanzten Barockgarten, die frisch begrünten
Bergterassen und die Kirchen darüber - das benachbarte schlichte
doppeltürmige Kirchlein gehört der evangelischen Gemeinde. Auf
der Rückfahrt in Richtung Eisenhüttenstadt/Frankfurt erinnerten
manche Ortschilder an die schöne, aber gefährliche Lage
in der Flussniederung der Oder.
Fotos: R. Mooz, R. Kaps, K. Gallas (Gruppenfoto Neuzelle) webmaster
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© Kath. Kirchengemeinde St. Antonius in Berlin-Friedrichshain.
Last Update
28-Sep-2008
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